SIB - Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

Großer Garten Dresden „Skulpturenprogramm“ des SIB - Aufstellen der Skulptur „Die Zeit enthüllt die Wahrheit“

Dresden 09.04.2019


Im Zuge des „Skulpturenprogramms im Großen Garten“ des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), wurde heute die frisch restaurierte Originalskulptur „Die Zeit enthüllt die Wahrheit“ an ihrem neuen Standort aufgestellt.

Die Skulptur präsentiert sich den Besuchern des Großen Gartens jetzt auf einem Rondell in der Achse des Nordbosketts am Palaisteich.

Die Skulptur wurde vom italienischen Bildhauer Antonio Corradini um 1720 geschaffen und zwischen 1720 bis 1725 durch Friedrich August II. erworben. Sie fand zunächst im Garten des Japanischen Palais ihren Platz. Im Jahr 1730 erfolgte die Umsetzung in den Großen Garten, der genaue Standort ist heute nicht mehr bekannt. Ab 1832 stand die Skulptur auf einer Rasenfläche in der Nähe des heutigen Carolaschlösschens. Im August 2018 wurde die Skulptur für die Restaurierung abgebaut.

In die Restaurierung der Skulptur und die Instandsetzung der Freianlage wurden insgesamt rund 200.000 Euro investiert. Diese Maßnahme wird finanziert mit Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Für das Umsetzen der Skulptur „Die Zeit enthüllt die Wahrheit“ wurde im Vorfeld die Mittelachse des Nordbosketts denkmalgerecht instandgesetzt. Hierzu wurde der Weg zwischen Haupt- und Herkulesallee in seiner ursprünglichen Breite mit wassergebundener Decke wiederhergestellt. Das Rasenrondell in der Mitte wurde leicht überhöht, um die Skulptur im Raum und in der Achse zur Fontaine im Palaisteich hervorzuheben. Hierzu wurde auch die Sichtachse freigeschnitten. Eine Hecke umschließt das Rondell und bildet gleichzeitig den Bildhintergrund. Auch die zwei Bankstellplätze mit Sicht auf die Skulptur wurden wieder mit Bänken ausgestattet, so dass die Besucher nunmehr einen kleinen intimen Aufenthaltsbereich im Garten vorfinden.

Hintergrund

Die Restaurierung ist Bestandteil der Großen Baumaßnahme „Skulpturenprogramm im Großen Garten“, die der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Dresden I, im Auftrag des Freistaates Sachsen durchführt. Die Maßnahme dient der Sicherung und Konservierung des Skulpturenschmucks im Großen Garten. Gleichzeitig soll die Bedeutung des für Sachsen einzigartigen Bestands an Marmorskulpturen im Großen Garten hervorgehoben werden. Im Zuge der Umsetzung wurden in den letzten Jahren die noch vorhandenen 22 Sandstein-Bildwerke, 12 Marmorskulpturen und 26 Sandstein-Postamente des Großen Gartens von Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Denkmalpflegern auf Ihren Zustand hin untersucht und ein Maßnahmenkatalog zu deren Bewahrung erstellt. Für das auf insgesamt 10 Jahre angelegte Skulpturenprogramm stellt der Freistaat Sachsen rund 3,7 Mio. Euro zur Verfügung.

Der Große Garten Dresden mit dem Palais als erstem Gebäude barocker Baukunst in Sachsen präsentiert sich durch herausragende Marmorskulpturen und Sandsteinbildwerke als einzigartige Anlage. Das Gesamtensemble umfasste neben den Sandsteinwerken bis 1760 mehr als 200 Marmorobjekte, die heute zum großen Teil im Besitz des Freistaates in Depots untergebracht sind.

Trotz der wenigen noch im Großen Garten verbliebenen Marmor- und Sandsteinskulpturen lässt sich dieser einmalige Bestand im Freistaat in Qualität und kunsthistorischer Bedeutung mit dem der Parkanlagen in Potsdam Sanssouci und München Nymphenburg vergleichen. Ursprünglich befanden sich im Großen Garten ausschließlich Werke aus Sandstein.

Kurz nach der Einrichtung des Gartens unter Kurfürst Johann Georg III., beginnend im Jahre 1676 bis zur endgültigen Fertigstellung des Palais (1694), wurde der Große Garten mit der Ausstattung der Bildwerke vollendet. Die ältesten unter ihnen sind die Herkulesfiguren, die Figurengruppen auf den Torpfeilern (Orthostaten) am östlichen Eingang sowie die architekturgebundenen Bildwerke der Palaisfassaden. Mit dem Einzug der Marmorwerke um 1728 wurde die Anzahl der Sandsteinskulpturen reduziert.

Von den zwölf vorhandenen Marmorbildwerken mussten drei bereits nach dem II. Weltkrieg abgebaut werden. Erst in den 1990er Jahren wurden sie restauriert und im Palais sichergestellt. Weitere fünf Marmorskulpturen wurden wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes und der damit verbundenen Gefährdung der Verkehrssicherheit in den letzten Jahren abgebaut und sichergestellt. Zwei Objekte konnten mittels Abformung aus Kunstmarmor bereits kurzfristig ersetzt werden.


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